GARTENWERKZEUGE

Erstaunlicherweise sind unsere klassischen Gartenwerkzeuge dem sehr ähnlich, was man auch vor hundert, zweiundert oder gar dreihundert Jahren eingesetzt hat, um zu graben, zu hacken, zu jäten und zu säen.

Ein paar in Vergessenheit geratene Werkzeuge findet man dennoch in alten Gartenbüchern. Um was es sich handelt und ob es im heutigen garten noch Sinn haben könnte, möchte ich hier diskutieren
- sehr gerne mit euch gemeinsam!


Das Saatholz

Ich habe ein solches Gerät zum ersten Mal bei Johann Sigismund Elssholtz in seinem Gartenbuch von 1666 gesehen. Er bezeichnet es als "Plantator", was an sich falsch ist, da man damit ja nicht pflanzt, sondern sät, aber sei's drum...

"Pflanzer/Plantator, mit vielen zähnen gleich weit voneinander / welchen man in das Erdreich drückt/ und in die Löcher Erbsen/ Bohnen/ Phaesolen und dergleichen groben samen leget." 
(Elssholtz 1666, S. 15) 

Die Idee, ein Gerät zu haben, mit dem man die Saatlöcher von Gemüsen in perfekten Abständen in die Erde bringt, um anschließend nur noch die Saatkörner reinfallen zu lassen, beschäftigte mich schon eine Weile. besonders für Radieschen, Möhren, Rettich und Rote Bete, oder die von Elssholtz genannten, jedenfalls die direkt gesäten Gemüse, die einen bestimmten Freiraum brauchen, lassen sich damit gut in Reihe säen. Voraussetzung ist, dass man ein paar Minuten investieren will, um einzelne Saatkörner zu säen und eben mal nicht in Reihen massenweise zu säen und später massenweise auszulichten. 


Es war schnell konstruiert: etwa 50cm lang sollte das Holz, z.B. eine Dachlatte, sein. Auf der einen Seite ein Griff, auf der anderen Seite kleine Holzdübel, die im Abstand von 5-6cm ca. 2cm aus dem Holz ragen. Damit hat man die Möglichkeit, Saatlöcher für Radieschen zu machen. Rote Bete und Möhren werden nur in jedes zweite Loch gesät und große Rettiche in jedes dritte.

Bei älterem Saatgut lohnt sich das Verfahren nicht mehr so sehr, da die Ausfallrate größer ist und man wirklich besser lose in Reihen sät. Bei frischer, keimkräftiger Saat war es aber eine sehr ökonomische Sämethode.
Test bestanden. Bewertung: 4/5 Punkten.





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