Montag, 5. Juni 2017

Beihilfe zum Mord

Ich muss ehrlich zugeben, ich fühle mich ein bisschen schlecht. Wenn man sich Marie-Luise Kreuters Biogarten-Buch mal durchgelesen hat, fühlt man sich sowieso wie ein fieser Möpp, sobald man auch nur einer Blattlaus ihre Nahrungsquelle wegnimmt, aber was soll ich denn machen... die Pflanze hat auch Rechte.
Seit ein paar Tagen beobachte ich eine zunehmende Läusepopulation und ich übte mich in Geduld - sie würden schon kommen, die Jungs von der Schädlingsbekämpfung. Und tatsächlich, heute habe ich ein paar gefräßige Larven gesehen, am Dill, wo es besonders schlimm ist. Leider nicht an der jungen Paprika, wo sich ein Haufen grüner Krabbler zum Sauggelage versammelt hatte. Also hab ich mir einen der Blattlauslöwen geschnappt und auf die Paprika versetzt. Man hatte fast den Eindruck, die Larve stünde vor einem All you can eat-Buffet: sogleich hatte sie sich eine Laus geschnappt und zur Strecke gebracht, unterdessen brach unter der Läusetruppe eine Massenpanik aus, sie stoben auseinander, manche ließen sich gar auf die Erde fallen. Es war ehrlich gesagt ein Schauspiel des Grauens...


Ein Biogarten ist keineswegs ein Hort des Friedens und der Einigkeit. Wenn man genau hinschaut, sieht man, was Naturgesetze wirklich heißen. Soll noch einer sagen, Gemüsegärtnern sei was für Esotheriker und Weicheier.

Zu meiner Ehrenrettung: ich heiße auch eine ganze Menge Tiere in meinem Garten willkommen. Heute amüsierte sich eine kleine Ackerhummel (mit imposantem Pelzmantel...) eine ganze Weile an den diversen Blüten, die inzwischen aufgegangen sind und ließ sich bereitwillig ganz nah fotographieren. Brummmmm :-)



Und es gibt Neues bei den Gartenwundern.


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