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Knipsen statt graben

Zu buddeln gibt es ja gerade eher wenig. Mein täglicher Gang durch den Garten besteht im Gießen, Kontrollieren, hie und da Zupfen und natürlich Ernten. Gestern habe ich dennoch mal wieder gesät: Nach langem Überlegen will ich doch nochmal Buschbohnen versuchen, zu den Möhren, denn da ist nun so viel Platz, den kann ich nicht ungenutzt lassen. Und ein paar Kräuter hab ich nachgesät. Die versehentlich im Zierkasten gewachsene Kamille hatte kurzerhand zwei Lobelien den Garaus gemacht, deshalb musste sie jetzt gehen. An die Stelle zog eine Japanische Scheinmyrthe. Klingt nach Schickimicki-Zen und eigentlich bin ich kein Freund von exotischen Pflanzen, aber sie sieht hübsch aus und soll angeblich bis zum Frost blühen. Davor, als Lückenfüller, versuche ich es nochmal mit Kapuzinerkresse. Sonst genieße und staune ich vor allem über die vielen kleinen Wunderlichkeiten in meinem hortus deliciarum und habe mich aufs Fotographieren verlegt. Je kleiner das Motiv, desto besser. Mit Begeisteru...

Krankenakte

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Jetzt habe ich mal Fotos gemacht von meinen Sorgenkindern... Die weißen Flecken auf den Bohnenblättern, die inzwischen auch anfangen an den Rändern zu vertrocknen und irgendwie wellig zu werden. Und der Basilikum. Von den insgesamt fünf Pflanzen im Topf sind aber nicht alle betroffen, deswegen wäre es umso wichtiger zu erfahren, was los ist. Jemand eine Idee?

Weiße Flecken, schwarze Flecken, und was sonst noch im Beet los ist...

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Ein Garten muss anscheinend manchmal weh tun. Wie Kinder. Oder Haustiere. Oder eine Beziehung. Ich bin ratlos und hätte ich nicht gerade anderweitig so viel um die Ohren, würde ich mich wahrscheinlich schrecklich aufregen: Schwarze Flecken auf dem Basilikum. Oder besser gesagt grau-braun und wie im Blattinneren. Nein, keine Thripse. Egal, wie ich die Pflänzchen drehe und wende, in der Erde wühle, nirgends Tierchen. Rein gar nichts. Einfach nur graue Flecken, die man zuerst nur schwach und gegen das Licht sieht, dann auch auf der Blattoberseite. Letztes Jahr hatte ich das auch und ich dachte irgendein blöder Virus, weil die Pflanzen zu dicht stehen oder so. Und jetzt wieder. Frust. Und dann die Bohnen. Die Stangenbohnen haben weiße Flecken auf den Blättern und angetrocknete Blattränder. Das erinnert mich an meine Tomaten letztes Jahr, das ging nicht gut aus. Der einzige, der immer noch unbeeindruckt fröhlich im Bohnentopf sitzt, ist meine Inkognito-Biobohne. Scheinbar ist sie rob...

Schichtwechsel

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Bei den Blattgemüsen war heute der große Zapfenstreich: die erste Generation Spinat wurde abgeerntet und ausgebuddelt. Bis auf eine Pflanze: die lasse ich wachsen, weil ich sie blühen sehen möchte. Den Platz nehmen jetzt Blattsalat und Möhren ein und dazwischen wachsen die jüngeren Spinatpflanzen noch eine Weile weiter. Auch von der Rauke habe ich mich jetzt größtenteils getrennt, denn sie hat die irrwitzigsten Blattformen entwickelt und fing an, bitter zu schmecken. Der Lein ist übrigens brav aufgegangen, dafür lässt sich der Schnittknoblauch nicht im Geringsten blicken. Ich versuche jetzt, Sprossen vorzuziehen, aber scheinbar mögen mich Zwiebelgewächse einfach nicht: mein Schnittlauch war ein Witz aus drei Grashalmen, die Lauchzwiebeln sind nur zur Hälfte gekeimt und wie gesagt, der Schnittknoblauch macht mich ärgerlich. Ich bin versucht, einfach eine Knoblauchzehe in die Erde zu stecken und zu schauen, was passiert...

Hallo, Gemüseeule

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"HA!" entwich es mir, als ich heute die einzelne, angenagte Spinatpflanze genauer angeschaut habe: Da ist sie, die winzige grüne Raupe. "Eine Gemüseeule!" ruf ich ins Wohnzimmer und ein sehr ungläubiger Blick trifft mich. Ich weiß genau, dass vor Monsieurs geistigem Auge in dem Moment ein herbivores Federvieh auftauchte... Wie dem auch sei, bis ich meine Bonsai-Kelle rausgekramt hatte, um die Raupe einzufangen und umzusiedeln, war sie natürlich verschwunden. Immerhin ist jetzt das Rätsel von den kreisrunden Löchern im Spinat geklärt. Inzwischen überlege ich, ob ich sie nicht gewähren lasse: es ist eine einzelne kleine Raupe, die immerhin den Anstand hat, sich seit Wochen auf eine einzige Pflanze zu beschränken. Ich käme mir irgendwie kleinlich und arg geizig vor... Wie gesagt, der "Gemüse-Zehnte" im Bio-Garten. Schauen wir mal, wie es weitergeht, und ob sie ihre Verwandten noch mitbringt. Im Spinat ist es übrigens übersichtlich geworden: Heute hab ich ...

Rezepte für Gartenverlierer

In vielen Garten-Blogs gibt es auch Rezepte, was man denn Tolles mit der Ernte machen kann. Nun denn, ich bin selber gar kein typischer Rezepte-im-Internet-Sucher. Aber wenn es darum geht, wie man die eigene Ernte möglichst in allen Teilen verwendet - oder aus einem Gartenunfall noch irgendwas Sinnvolles macht - sehe ich es ein, dass es praktisch ist. Deshalb will ich mich dem Trend anschließen, jedoch unter dem Motto   "Wie hol' ich alles aus meinem Gemüse raus, selbst wenn es misslungen ist?" Denn es ist ja nun mal harte Garten-Realität, dass Radieschen auch mal eher dünn als rund werden, der Spinat angefressen ist und der Bohnenstrauch mal nur eine Handvoll Hülsen abwirft. Über meine Methoden, trotzdem Trost zu finden, möchte ich hier berichten und lege dazu eine Seite rechts bei den Beetthemen an :-)

Der Traum vom Gartenplaner

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Ein Tool oder eine Software, um den eigenen Bio-Garten zu planen, egal welche Form oder Größe er hat. Und dabei die ausgeklügelste Mischkultur und Fruchtfolge beachten. Ein Traum. Vor allem für Kleinst- und Balkongärtner, die eben wirklich jeden Zentimeter und eine möglichst lange Saison mit Vor- und Nachkultur nutzen wollen. Gartenplaner? Gibt's doch längst! Klar, gibt es, aber alle die ich kenne, haben irgendwelche Nachteile und sind nicht so präzise wie Bleistift und Papier, nicht so intelligent wie der Gärtner oder einfach unpraktisch für kleine Flächen. Mein Traum wäre ein Beetplaner, der auf die Bedürfnisse von Klein- und Kleinstgärtner abgestimmt ist und auch für Balkon- und Containergärten einsetzbar ist, damit man den begrenzten Platz durch gute Planung perfekt ausnutzt, und der es einem erleichtert, dabei die Grundregeln von Mischkultur und Fruchtfolge zu beachten, ohne für sämtliche Nutzpflanzen die Familie auswendig zu lernen... Hinzu kommt, dass er flexibel sein ...

Thema: Ökonomie in der Ökologie :-)

Es regnet in Strömen heute. Also eine gute Gelegenheit, mal ohne Buddel- und Pflanzstress über Gartenthemen zu plaudern. Ganz ehrlich: Konventionelles Gemüse wird einem im Supermarkt hinterher geworfen. Rein aus Kostengründen lohnt sich ein Kleinstgarten also schon mal nicht. Gut, selbst geplanzt kann man Bio-Gemüse produzieren, das ja schon deutlich teurer zu erwerben ist. Aber gerade im ersten Jahr eines Balkon- oder Kleinstgartens braucht man Equipment: Pflanzgefäße, Erden, Sand, Kies, Gerätschaften, Anzuchtgefäße, Saatgut, etc. Das kostet eine Menge und umso mehr, je mehr man es auf ökologisches Gärtnern anlegt, also z.B. torffreie Bio-Erden kauft, die leicht das vier- bis fünffache einer einfachen Gartenerde aufrufen. Um das eigene Gemüse also nicht zum Luxusgut werden zu lassen, das am Ende mit Gold aufzuwiegen ist, muss man Kosten einsparen, wo es geht. Klar, natürlich, das Erlebnis, etwas selbst zu säen, zu ziehen und zu ernten ist natürlich etwas ganz anderes, als schnöd...

Von Lästlingen und Mit-Essern

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Die Temperaturen klettern an manchen Tagen in diesem April schon auf 20°C. Dann werde ich zum Garten-Junkie. Vor dem Frühstück, nach dem Frühstück, bis zur letzten Minute, bevor ich zur Arbeit gehe und dann gleich wieder nach Feierabend: Raus auf den Balkon. In der Sonne sitzen und den Radieschen beim Wachsen zuzusehen hat eine fast so beruhigende und ausgleichende Wirkung wie ein schnurrendes Kätzchen auf dem Schoß. Auf diese Weise lerne ich aber auch jeden Winkel meines Gartens, jedes Pflänzchen, jedes Insekt und jede Veränderung genau kennen. So musste ich beispielsweise feststellen, dass irgendjemand in exakt 1 Spinatblatt drei winzige kreisrunde Löcher gefressen hat. Unverschämt. Andererseits ist das ja wohl Teil der Öko-Philosophie: die tierischen Mitesser weder vergiften noch komplett vertreiben, sondern sie maßvoll in Schach halten. Eine Art "Gemüse-Zehnten" sollte man also miteinplanen. Bei der Gemüsefliege, die ich in meiner Vorab-Lektüre kennengelernt habe, hört...