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Rezept: Möhre 1666

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In meinem ersten Beitrag zu historischen Gemüsesorten ging es um die Möhre, ein Urgestein unserer Küchengärten. Elssholtz empfiehlt in seinem Gartenbuch von 1666 als Zubereitungsart das scheibenweise Ausbacken im Teigmantel. Klingt mühsam, die kleinen Scheibchen in Teig zu wenden und dann irgendwie ins Fett zu manövrieren... Nicht mit unseren Kilomöhren! Die Jaunes du Doubs hatten manches mal 5 und mehr Zentimeter im Durchmesser und ließen sich für dieses Rezept prima einsetzen: Also, man nehme eine dicke Möhre, schneide sie in nicht zu dünne Scheiben  und wende sie in einem dünnen Backteig nach Wahl (mit Wasser, mit Bier,...  etc.). Ab in die Pfanne - raus auf den Teller Gaumenlevel: ganz ordentlich. Recht gehaltvoll. Man muss experimentieren mit dem Teig, wie würzig man ihn haben möchte, und mit der Hitze, je nachdem, wie knusprig man es möchte. Mit Sauerrahm oder Kräuterquark ist es ein einfaches, aber leckeres Gericht.

Die saisonale Wahrheit

Von den Erzählungen meiner Oma aus dem Krieg bzw. den ersten Tagen nach dem Krieg ist mir besonders in Erinnerung geblieben, wie katastrophal es war, dass der Krieg im Mai endete (und nicht früher). Denn als sie von der Evakuierung zurück in ihr Dorf kamen, war nichts gesät und gepflanzt. Zu kaufen gab es ja ohnehin nichts, aber die Selbstversorgung war überhaupt nicht vorbereitet und für viele Gemüse war es schon zu spät. Die Rettung waren die wenigen zurückgebliebenen Einheimischen, die sich in der nicht weit entfernten Burgruine versteckt hatten und dort sowohl in den Gewölben Pilze gezüchtet, als auch um die Burg herum ein bisschen Gemüse gezogen hatten. Und dann teilte man das Pflanzgut so gut es ging. Diese Erinnerung hat mich sensibel gemacht, denn wir können uns heute überhaupt nicht mehr vorstellen, was es bedeutet, wenn man zu einem beträchtlichen Teil aus dem eigenen Garten leben muss. Nachdem mich das und mein erstes Gartenjahr so ehrfürchtig haben werden lassen, hab ic...