Dienstag, 26. März 2019

Neues vom Balkon

Ha, es gibt ihn noch, den Balkongarten! Wo einst alles begann mit Buddels Buddelleidenschaft, ist es mit den jahren aber übersichtlicher geworden. Nichtsdestotrotz ist der Balkon noch immer ein Zentrum für Anzucht und Abhärten der Jungpflanzen - und klimatisch bevorteilt: hier keimt's schneller als im Garten.

Und so grünt es hier schon im Kasten: aus einer Laune heraus hab ich etwas überalterte Radieschensaat in die Kästen gesät, voilà!


Der Rosmarin blüht zum ersten Mal, nachdem er den Winter ganz 'cool' überstanden hat.





Im Pflanzenkindergarten (haha, hier macht der Begriff mal Sinn) sind sie noch etwas verhalten, wenn auch fast alle brav gekeimt.



Ein Überraschungsgast hat sich im Topf bei dem überwinternden Strauchbasilikum gezeigt: Tomaten. Rechts im Topf haben sich zwei Goethepflänzchen von meinem Sukkulententisch niedergelassen, aber das links im Topf sind tatsächlich Tomaten, die irgendwie mit der Erde in den Topf geraten sind - wahrscheinlich mit einer im Substrat versteckten Tomate der Vorsaison??? Die Sämlinge machen sich so wacker, dass ich wohl pikieren werde. So viel Überlebenswille muss ja honoriert werden.


Sonntag, 17. März 2019

Wir säen uns in Schwung

So viel Wind in den letzten zehn Tagen, man fühlt sich wie an der Nordsee... Mir soll's recht sein, ich liebe den Norden. Nichtsdestotrotz war heute nach so vielen fiesen Regentagen das perfekte Gartenwetter: sonnig, nicht zu warm, windig.
Der Boden ist so vollgesogen mit Wasser, dass er zum Säen geradezu einläd.
Ackerbohnen und Radieschen sind schon eine Woche im Beet, heute kamen die frühen Möhren, Pastinaken, Haferwurz, Melde, Spinat und Zwiebeln dazu. Was letztes Jahr zu klein blieb an Zwiebeln, wird dieses Jahr gesteckt. Ansonsten bin ich ja große Partisanin der Säzwiebel - Zwiebeln stecken kann jeder, aber Aussäen erfordert Geduld und Fingerspitzengefühl. Ganz davon abgesehen gibt es keine alten fränkischen Zwiebeln als Steckzwiebeln...
Nachdem der Mitbewohner ja so erfolgreich den Knoblauch letzten Herbst gepflanzt hat und sich am stetig wachsenden Lauchschlot erfreut, wurde er jetzt auch offiziell der Verantwortliche für die Erbsen im Garten. Erbsen säen ist nicht so friemelig, relativ übersichtlich und fehlersicher. Außerdem gibt's noch was zu bauen: das Rankgerüst. Also ein perfektes Männer-mutieren-zum-Gärtner-Gemüse (ja, ja, ich weiß, Sexismus im Garten...;-).

Dekorativ: überwinterter Radicchio
Am späten Nachmittag schlug das Wetter dann um. Wunderbar. Das frisch Gesäte wurde also gleich gewässert.
Noch muss man sie suchen, die kleinen Gartenwunder, aber sie zeigen sich schon und kündigen das wilde Leben an:
Pimpinelle treibt frisches Grün

Knospen am Flieder

Sie begrüßen den Gartenbesucher schon seit Wochen

Die Dornen verraten sie

So unscheinbar die Pflanze, so winzig die Blüten: Vogelmiere im Makro

Die Fetthenne erwacht aus dem Winterschlaf

Möchten noch kuscheln: kleine Feldsalatrosetten

Der erste Bienenschmaus: Blausternchen



Samstag, 16. März 2019

Rezept: Möhre 1666

In meinem ersten Beitrag zu historischen Gemüsesorten ging es um die Möhre, ein Urgestein unserer Küchengärten. Elssholtz empfiehlt in seinem Gartenbuch von 1666 als Zubereitungsart das scheibenweise Ausbacken im Teigmantel. Klingt mühsam, die kleinen Scheibchen in Teig zu wenden und dann irgendwie ins Fett zu manövrieren...
Nicht mit unseren Kilomöhren! Die Jaunes du Doubs hatten manches mal 5 und mehr Zentimeter im Durchmesser und ließen sich für dieses Rezept prima einsetzen:

Also, man nehme eine dicke Möhre, schneide sie in nicht zu dünne Scheiben

 und wende sie in einem dünnen Backteig nach Wahl (mit Wasser, mit Bier,...  etc.).


Ab in die Pfanne - raus auf den Teller

Gaumenlevel: ganz ordentlich. Recht gehaltvoll. Man muss experimentieren mit dem Teig, wie würzig man ihn haben möchte, und mit der Hitze, je nachdem, wie knusprig man es möchte. Mit Sauerrahm oder Kräuterquark ist es ein einfaches, aber leckeres Gericht.

Donnerstag, 7. März 2019

An den Sauzahn, fertig, los!

Der Termin prangte ja schon lange im Kalender: Erstes Märzwochenende: Ansäen. Und so nutzten wir den trüben, aber halbwegs trockenen Samstag, um im Garten Klarbeet zu machen.

Ich war ein wenig beschämt am Abend. Denn während ich wie immer plan- und strukturlos gerodet, gehackt, geräumt und gegräpelt habe, hatte der Mitbewohner im Handumdrehen systematisch die Gemüsebeete mit dem Sauzahn umgepflügt, den Rest vom Flächenkompost untergeharkt und die Beete allesamt exakt gerade gezogen und geglättet. Zack zack - fertig zur Aussaat. Öhm...

Irgendwie packt's ihn immer mehr, den Mitbewohner, der sich stets ziert und über den Garten lästert, Widerwillen vorspielt und sich gerne stundenlang mit bedeutungslosem Unkraut aufhält. Aber der Ehrgeiz zündete offenbar, aus dem Wirrwarr der winterlichen Beete mit Gemüseresten und verwittertem Grünschnitt saubere, startklare Beete zu machen. Natürlich viel zu exakt, aber was soll's, die Ordnung wandelt sich von selbst in Chaos. Und ja, es hat natürlich auch etwas befreiendes, kräftig in Erdreich zu wühlen und Ordnung zu schaffen. Die Knochen ermüdet, Geist (und Garten) aufgeräumt, hinterließen wir am Abend den Garten in diesem Zustand:




Überraschend viel hat den Winter überlebt. Das zu spät gepflanzte Wintergemüse sieht noch proper aus und wir haben noch einiges vergessenes Knollengemüse gefunden. Für eine Gemüsesuppe wird's allemal reichen.
Sonntags hab ich dann noch angesät in der Anzuchtplatte. Die erste Runde Frühlingsgemüse. Und die schauen inzwischen schon alle hervor: Salat, Kohlrabi, Färberdistel, sogar die Tomaten!
Es geht also los, das neue Gartenjahr. Dabei ist mir das ungewöhnlich milde Wetter ein bisschen unheimlich...

Sonntag, 3. März 2019

Die politische Rabatte

Der Mitbewohner und ich haben eine rege Diskussionskultur, die sich innerhalb des Gartenzauns gerne mit Fragen nach Natur- und Tierschutz, Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher ökologischer Verantwortung und so weiter und so fort dreht. Dabei wird es auch schon mal laut und die Unkrautfetzen fliegen durchs Beet... aber schlussendlich geht's uns hinterher besser und wir sind auch meist inhaltlich ein Stück weiter.

Diese Diskussionskultur haben wir nun in der "politischen Rabatte" institutionalisiert (oben rechts im Blog), damit auch alle jenseits des Gartenzauns daran teilhaben können, wenn sie wollen. Schaut mal rein :)

Samstag, 26. Januar 2019

GARTENWERKZEUGE: erster Artikel verfügbar!

Auch auf der Seite der vergessenen Gartengeräte ist nun ein erster Versuch aus meinem Garten online!

ALTE SORTEN: erster Artikel verfügbar!

Auf meiner Seite zu alten Gemüsesorten und Gemüsegeschichte habe ich den ersten Artikel zur Möhre verfasst. Einfach mal reinlesen!