Samstag, 24. Februar 2018

Hallo, Gemüse!

Da sind sie, die Sämlinge. Manche haben sich aber auch sehr beeilt. Im Bild von links nach rechts: Kohlrabi, Spargelsalat, Basilikum, das sich lieber noch Zeit lässt, Schnittlauch, Salate und Tagetes.

Also zumindest über Mangel an Licht und Sonne können sie sich im Moment an ihrem Südfenster nicht beklagen... Es sind kälteresistente Pflanzen (das Basilikum wird sowieso erst nochmal in Töpfe gepflanzt), die es mir nicht übel nehmen, wenn sie in einigen Wochen in einen noch kühlen Garten umziehen.
Eigentlich versuche ich, einzelne Saatkörner zu säen, allenfalls zwei pro Topf, aber bei Winzlingssaaten wie Salat rutschen dann doch schon mal mehr durch und ich muss am Ende auslesen. Das gehört immer zu den schwärzesten Momenten meines Gärtnerdaseins...















Dass der Schnittlauch sich entfaltet, ist an sich schon ein Erfolg, denn bisher habe ich noch kein einziges Lauchgewächs zum Keimen gebracht:



Die Möhren und die Ackerbohnen sollten eigentlich ausgesät werden, vor allem die langsam wüchsigen gelben Möhren. Aber das wird auch dieses Wochenende wieder nichts. Zwar gefriert mein Gartenboden eigentlich nicht, da er ja größtenteils mit schwarzem Vlies eingepackt ist, aber darunter wächst es sich ja auch nicht gerade ideal.

Indessen blüht der Salbei auf der Fensterbank und das Strauchbasilikum setzt auch Blüten an. Alle wollen, nur die Temperaturen stimmen noch nicht.

Samstag, 17. Februar 2018

Heute, morgen, Frühling.

Wer ein Saatkorn vergräbt, der glaubt an ein Morgen.
Und wenn auch die 30-Tage-Prognose einen unterirdisch kalten März vorhersagt, der Frühling wird irgendwann kommen. Er muss.
Heute hat es mal nicht geschneit und die Temperaturen waren kurzzeitig sogar im Plusbereich. Also nutzte ich die Gunst der Stunde und hab's getan: angesät. Früher als sonst, aber es gibt ja auch wirklich viel zu tun dieses Jahr.

Verschiedene Salate, Kohlrabi, ein paar Kräuter und Tagetes wechselten heute vom Saatgutglas in die Anzuchtplatte (die Lobelien im Bild waren heute noch nicht dran). Außerdem im Bild zu sehen: mein etwas struppiger Salbei im Wintermantel und die unverwüstliche Petersilie, die ohne Mäntelchen auch nach -10°C noch das blühende Leben ist.
Diesmal ist das Substrat eine eigene Mischung aus Kokosfaser und Biopflanzerde etwa im Verhältnis 4:1. Vor allem in Sachen Blattsalat hab ich ziemlich aus dem Vollen geschöpft und gleich vier verschiedene Sorten ausgesät: meinen geliebten Amerikanischen Braunen, einen roten und einen grünen Pflücksalat und Venezianer-Salat, alte Sorte mit spitzen Blättern, die aussehen, als hätte man sie mit der Zackenschere beschnitten. Sicher dekorativ im Beet. Der Kohlrabi ist natürlich blau, alles andere wäre langweilig. Meine fränkischen Zwiebeln sind auch ausgesät, stehen aber im Büro zwischen den Fensterscheiben, wo es kühler ist. Kurioserweise musste ich das Saatgut aus der Schweiz (!) importieren, da  Saatgut in Bioqualität von alten fränkischen Zwiebeln - obwohl Bamberg um die Ecke ist - hier einfach nicht zu bekommen war...
Paprika und Tomaten haben auch einen Platz im Büro bekommen, wo die Heizung am Fenster ist und die Anzuchttöpfe wärmere Füße haben.
Jetzt also abwarten, bis der erste Winzling seinen Kopf aus der Erde streckt.

Im Bild: ein Spargelsalat der Sorte Cracoviensis, also ein ziemlicher Kawenzmann, wenn er denn mal groß ist. Aktuell ist er drei Millimeter lang und einen halben Millimeter dick. Meine Faszination ist ungebrochen, dass aus diesem winzigen, trockenen, federleichten Etwas in nicht mal sechs Monaten ein stattliches Gewächs von einem Meter Höhe geworden sein wird, wenn alles wie geplant läuft. 







Derweil war ich im Garten und habe einen Rundgang gemacht. Trotz strengem Frost breitet sich hier wieder die Wildnis aus (wieso rafft der Frost eigentlich alles dahin AUSSER Unkraut???). Man kann schon erahnen, was alles wieder gerodet, geschnitten und ausgegraben werden muss, bevor hier Gemüse wächst. Aber zwischen der Unordnung: die Frühlingsboten.

Flauschig: kleines Polster-Kissenmoos an der Beetbegrenzung




Sonntag, 11. Februar 2018

Von Gärtnerfrust und Winterdepression

Ein bisschen verzweifelt wirkte es, als ich heute auf dem Balkon versucht habe *anzugärtnern*. Naja, wenigstens ein bisschen vorbereiten wollte ich und meine Anzuchterde anmischen. Dass man bei Minustemperaturen nichts säen kann, war mir auch klar.
Aber als schon beim ersten Handgriff die Schaufel mit einem frustrierenden "knock" auf die gefrorene Erde in den Kästen stieß, hätte ich heulen können. Also gut. Dieser endlose Winter, der bisher nur Dunkelheit, Grau und unendlich viel Matsch gebracht hat, dieser elendige Winter hat sich in den letzten acht Tagen überlegt, doch nochmal aufzudrehen und alles durchzufrieren. Jetzt! Jetzt, wo die Vögel schon anfangen, ihre Frühlingsmelodien zu singen...
Aber an Anzucht am Fenster ist eben auch nicht zu denken. Dafür ist es viel zu dunkel. Es ist doch schon statistisch ein Ding der Unmöglichkeit, dass hier an 25 von 30 Tagen tatsächlich kilometerdick die Wolken über dem Ort hängen. Bei einem Kollegen wurde jetzt sogar offiziell medizinisch "Lichtmangel" diagnostiziert und Vitamin D verschrieben (kein Scherz!).

Ich merke auch, wie der Mitbewohner und ich deutlich ungehaltener werden und wir das Leben bei Kunstlicht wirklich satt haben.
Da fällt mir immer wieder Mozarts Lied "Sehnsucht nach dem Frühling" ein, das mir geradezu aus der Seele spricht:

https://www.youtube.com/watch?v=32S53cOuvYA