Posts

Posts mit dem Label "Urban gardening" werden angezeigt.

Buddel außer Rand und Band

Bild
Der erste Gartenmonat ist rum und wir kommen langsam in die Phase "Wachsen - egal wo". Nach einer sehr sonnigen und milden Woche sind wir hier im Beet ein ganzes Stück weiter. Ich zupfe des öfteren Kamille und Getreidesprossen aus den Fugen - letztere haben die Vögel mit dem Winterfutter verteilt. Und der herrliche gestrige Tag im Garten war dann irgendwann außer Kontrolle geraten: Voller Frühlingsgefühle hab ich in meiner Bienenweide, die eigentlich geordnet in Kapuziner-Rot und Ringelblumen-Orange erscheinen soll, inzwischen alles gesät, was mein Saatgutkasten an Blüten hergegeben hat. Mal schauen, was das wird... Ins Beet umziehen durfte der erste Salat, der Mangold wurde umgetopft, ebenso wie diverse Kräuterzöglinge. Radieschen gesät und - auch völlig kopflos - noch eine Reihe Schnittlauch ins Möhrenbeet geworfen. Ach, wie herrlich! Leider auch die ersten Plagegeister: Mal wieder, immer wieder, nach wie vor: Trauermücken. Hab ich gar nicht lange gefack...

Erntealarm!

Bild
Ja, richtig gelesen. Heute war Erntetag. Heute gab es den ersten Salat aus dem eigenen Garten, noch vor April! Und da der Tag heute mal wieder zu schön war, um nicht zu buddeln, hab ich mich in meinen Garten geflüchtet und umgetopft und gesät und vorher natürlich die gesamte Vorkultur raus geschleppt. Die Babies sollen ja auch frische Luft schnappen können.   Auf diesem Bild ist ein junger Kohlrabi versteckt ;-) Wenn ich mir meinen Pflanzplan so ansehe... es wird richtig grün und wild dieses Jahr auf dem Balkon, viele raumgreifende Gemüse und dann noch die Stangenbohnen. Naja, so schön sind weder die Nachbarn noch ihre Balkone, als dass ich den Anblick nicht von ein paar Bohnen zuwachsen lassen würde. Aber es dauert noch. Bohnen erst im April, denn morgens liegt hier noch der Reif auf den Dächern... Der Thymian hat den Winter gut überstanden und hat schon frische Triebspitzen.

Es lenzt

Bild
Sonnenschein, Gartentrieb. Genau wie letztes Jahr hält's mich nicht im Haus, wenn am Wochenende mal die Sonnenstrahlen warm genug sind und man in der Erde wühlen kann. Mangold, Paprika und ein paar Kräuter sind aufgegangen. Die Mehrjährigen hab ich umgetopft, Möhren gesät, hie und da gezupft und gegräpelt und... ach... einen Espresso in meinem erwachenden Hortus deliciarum genossen.    

Angs'ät is!

Bild
Es war soweit. Vor einer Woche habe ich es getan: angesät. Ich habe noch etwas schüchtern und unentschlossen den Balkon aus der Winterstarre geholt und die Pötte mehr oder minder an den angedachten Platz geschoben. Ich habe meinen ersten Besuch im Gartenmarkt gemacht, ein Säckchen Erde und zwei Hängetöppe gekauft. Und dann: das erste Mal Saatgut auf Erde streuen, die in Anzuchttöpfchen im Minigewächshaus steckt. Ganz lieb: meine Kollegen im Institut haben mir zum Geburtstag ein kleines Anzuchtset mit Haube geschenkt. Manche denken eben wirklich mit... Und heute Abend war es so lau, nach einem strahlend klaren Tag, dass man fast Lust hatte, auf dem Balkon zu Abend zu essen. Ich schätze, noch eine Woche, dann sind die Knospen an den Sträuchern und der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten. Buddel im Garten auch nicht. ;-)

Pantha rei - was kam, geht

Bild
Das Gartenjahr nähert sich dem Ende. Schon seit ein, zwei Wochen sieht man meinem liebgewonnenen Gärtchen arg die Spuren der Vergänglichkeit an.  Daher war es Zeit, die Saison zu Ende zu bringen. Wer draußen überwintern soll, wurde warm eingepackt. Ansonsten noch rasch Feldsalat und Spinat eingesät, auch wenn ich weiß, dass sie vor dem Winter nicht mehr groß werden... Aber es ist an der Zeit, einmal zu resümmieren, was aus meinen knapp 4qm Balkon-Garten alles auf den Tisch kam: - 2 Portionen Buschbohnen - 2 Portionen Borlottibohnen - 1 Portion schwarze Bohnen - 2 Bund Radieschen - ungezählte Portionen Salat (sicherlich ein Dutzend, zeitweise war ich hier Selbstversorger) - geschätzt 1-1,5kg Möhren in verschiedenen Farben hier die letzte Portion 'klassische': - Gelbe Bete-Knollen - 1 stolzer Kohlrabi - 3 Lauchzwiebeln (Zwiebelgewächse waren aber generell eher der große Garten-Fail) - Koriander-, Dill- und Leinsaat, jeweils etwa 1 Esslöffel...

Knipsen statt graben

Zu buddeln gibt es ja gerade eher wenig. Mein täglicher Gang durch den Garten besteht im Gießen, Kontrollieren, hie und da Zupfen und natürlich Ernten. Gestern habe ich dennoch mal wieder gesät: Nach langem Überlegen will ich doch nochmal Buschbohnen versuchen, zu den Möhren, denn da ist nun so viel Platz, den kann ich nicht ungenutzt lassen. Und ein paar Kräuter hab ich nachgesät. Die versehentlich im Zierkasten gewachsene Kamille hatte kurzerhand zwei Lobelien den Garaus gemacht, deshalb musste sie jetzt gehen. An die Stelle zog eine Japanische Scheinmyrthe. Klingt nach Schickimicki-Zen und eigentlich bin ich kein Freund von exotischen Pflanzen, aber sie sieht hübsch aus und soll angeblich bis zum Frost blühen. Davor, als Lückenfüller, versuche ich es nochmal mit Kapuzinerkresse. Sonst genieße und staune ich vor allem über die vielen kleinen Wunderlichkeiten in meinem hortus deliciarum und habe mich aufs Fotographieren verlegt. Je kleiner das Motiv, desto besser. Mit Begeisteru...

Sommerfrieden

Bild
Der Sommer entpuppt sich tatsächlich als relativ entspannte Zeit des Beobachtens in meinem kleinen Garten. Gießen und Schädlinge in Schach halten - und letzteres besorgen immer mehr die sich ansammelnden Nützlinge. Ansonsten mache ich hauptsächlich Fotos und ernte hie und da. ansehnliche Möhrenernte Im Übrigen sind viele Pflanzen ohne mein Zutun absolut schädlingsfrei: am Salat, den Möhren oder dem Basilikum habe ich noch keine einzige Blattlaus oder ähnliches gesehen. Auch die Radieschen und Robert sind clean und selbst die gefürchtete Bohnenlaus ist mir erspart geblieben. der kleine Robert Kohlrabi spacy: Borretschblüte elegant: Borlottiblüte zart: Radieschenblüte Der Marienkäfer hat mir auf der Kamille ein paar Geschenke hinterlassen: Larven. Die waren so zahlreich, dass ich sie jetzt übergesiedelt habe bzw. habe übersiedeln lassen auf andere Pflanzen, denn auf der Kamille sind die Blattläuse größtenteils bereits meiner Schmierseife zum Opfer gefal...

Here comes the sun

GARTENSTATUS 9.5. Da gärtnert man monatelang am Vegetationsminimum, freut sich über jeden eingebildeten Wachstumsfortschritt, jede frostfreie Nacht und jeden Sonnenstrahl einzeln - dann scheint fünf Tage am Stück die Sonne, die Temperaturen steigen auf 20° und schon mutiert der Garten zur grünen Wildnis. Naja fast: Spinat wächst im Überfluss, Dill und Möhren lassen sich dazwischen auch schon blicken (9.5.). Eine vergessene Stangenbohne im Topf legte einen grandiosen Soloauftritt hin. Die Gelbe Bete keimt zwischen den neugesäten Radieschen, mein "Robert" getaufter Kohlrabi wächst und sogar Liebstöckel gab sich schlussendllich die Ehre und tauchte aus der Erde auf. Meine evakuierten Stangenbohnen sind im Wohnzimmer regelrecht explodiert. Sie wollten raus an die Luft, aber ich zögerte - die Eisheiligen... Noch eine Woche halten sie es in ihren Pappröllchen aber wohl nicht aus, deshalb hab ich sie heute trotz schon sinkender Temperatur umgesiedelt. Man denkt immer, es kö...

Buddel und das Bohnengerüst

Bild
<stolz> Meinen Salami-Bohnen habe ich ein patentes Rankgerüst gebaut, das - in meinen Augen - auch noch schick aussieht. Wenn die Böhnchen in der Erde versenkt sind, kommt der Topf in die Ecke neben den Spinat. Ist schief, ich weiß, aber das ist gewollt (wirklich...). Denn das Gerüst wird an das Geländer gelehnt und die Bohnen sollen dann teilweise auf die Geländerstäbe umgeleitet werden. Im Topf sitzt bereits meine Inkognito-Bohne, von der ich nichts weiß, auch nicht, ob sie jemals ranken wird (gibt es eine Möglichkeit, an der Jungpflanze zu erkennen, ob es eine Stangen- oder Buschbohne ist???) Ach, wie wunderbar grün und wild verwachsen sieht mein Balkon vor meinem geistigen Auge im Sommer aus...

Der Traum vom Gartenplaner

Bild
Ein Tool oder eine Software, um den eigenen Bio-Garten zu planen, egal welche Form oder Größe er hat. Und dabei die ausgeklügelste Mischkultur und Fruchtfolge beachten. Ein Traum. Vor allem für Kleinst- und Balkongärtner, die eben wirklich jeden Zentimeter und eine möglichst lange Saison mit Vor- und Nachkultur nutzen wollen. Gartenplaner? Gibt's doch längst! Klar, gibt es, aber alle die ich kenne, haben irgendwelche Nachteile und sind nicht so präzise wie Bleistift und Papier, nicht so intelligent wie der Gärtner oder einfach unpraktisch für kleine Flächen. Mein Traum wäre ein Beetplaner, der auf die Bedürfnisse von Klein- und Kleinstgärtner abgestimmt ist und auch für Balkon- und Containergärten einsetzbar ist, damit man den begrenzten Platz durch gute Planung perfekt ausnutzt, und der es einem erleichtert, dabei die Grundregeln von Mischkultur und Fruchtfolge zu beachten, ohne für sämtliche Nutzpflanzen die Familie auswendig zu lernen... Hinzu kommt, dass er flexibel sein ...

Thema: Ökonomie in der Ökologie :-)

Es regnet in Strömen heute. Also eine gute Gelegenheit, mal ohne Buddel- und Pflanzstress über Gartenthemen zu plaudern. Ganz ehrlich: Konventionelles Gemüse wird einem im Supermarkt hinterher geworfen. Rein aus Kostengründen lohnt sich ein Kleinstgarten also schon mal nicht. Gut, selbst geplanzt kann man Bio-Gemüse produzieren, das ja schon deutlich teurer zu erwerben ist. Aber gerade im ersten Jahr eines Balkon- oder Kleinstgartens braucht man Equipment: Pflanzgefäße, Erden, Sand, Kies, Gerätschaften, Anzuchtgefäße, Saatgut, etc. Das kostet eine Menge und umso mehr, je mehr man es auf ökologisches Gärtnern anlegt, also z.B. torffreie Bio-Erden kauft, die leicht das vier- bis fünffache einer einfachen Gartenerde aufrufen. Um das eigene Gemüse also nicht zum Luxusgut werden zu lassen, das am Ende mit Gold aufzuwiegen ist, muss man Kosten einsparen, wo es geht. Klar, natürlich, das Erlebnis, etwas selbst zu säen, zu ziehen und zu ernten ist natürlich etwas ganz anderes, als schnöd...

Von Lästlingen und Mit-Essern

Bild
Die Temperaturen klettern an manchen Tagen in diesem April schon auf 20°C. Dann werde ich zum Garten-Junkie. Vor dem Frühstück, nach dem Frühstück, bis zur letzten Minute, bevor ich zur Arbeit gehe und dann gleich wieder nach Feierabend: Raus auf den Balkon. In der Sonne sitzen und den Radieschen beim Wachsen zuzusehen hat eine fast so beruhigende und ausgleichende Wirkung wie ein schnurrendes Kätzchen auf dem Schoß. Auf diese Weise lerne ich aber auch jeden Winkel meines Gartens, jedes Pflänzchen, jedes Insekt und jede Veränderung genau kennen. So musste ich beispielsweise feststellen, dass irgendjemand in exakt 1 Spinatblatt drei winzige kreisrunde Löcher gefressen hat. Unverschämt. Andererseits ist das ja wohl Teil der Öko-Philosophie: die tierischen Mitesser weder vergiften noch komplett vertreiben, sondern sie maßvoll in Schach halten. Eine Art "Gemüse-Zehnten" sollte man also miteinplanen. Bei der Gemüsefliege, die ich in meiner Vorab-Lektüre kennengelernt habe, hört...