Dienstag, 29. Mai 2018

Stargast in Buddels Blog

Mein Arbeitgeber unterhält ja eine ansehnliche Sammlung Pflanzen, darunter eine Topfpflanze mit dem klangvollen Namen Amorphophallus titanum, oder kurz: Titanwurz.
Wie der Name schon ahnen lässt, handelt es sich nicht um ein Gewächs im klassischen Fensterbank-Format. Meistens ist die Titanwurz eine unscheinbare Knolle oder ein grünes, etwas urzeitlich aussehendes Bäumchen - in Wahrheit ist das ein einzelnes Blatt, das einfach so riesengroß ist, dass man aus unserer Perspektive den Blattstiel als Stamm wahrnimmt... Aber manchmal, alle paar Jahre, passiert etwas, was die ganze Uni in Bayreuth in helle Aufregung versetzt, wildfremde Menschen laufen dann auf dem Campus rum "Wo gäht's denn zum Bodanischen Gadden?" Alle wollen es sehen, das botanische Großereignis: die Titanwurzblüte.
Und so hingen denn schon seit Wochen die liebevollen Banner auf dem Campus "Wir erwarten bald eine Blüte der Titanwurz" und mittels Webcam konnte man täglich verfolgen, wie sie wächst. Gestern Nachmittag war es dann so weit: die Blüte entfaltete sich und "Ahhh!". Eine Schönheit. Leider stinkt sie wie verwesendes Fleisch, man kann halt nicht alles haben...
Und sie macht sich rar: nur 24h blüht sie, deshalb hab ich heute auch mal vorbei geschaut, immerhin blüht schon zum dritten Mal seit meinem Antritt in Bayreuth eine Titanwurz und nie habe ich es mal geschafft, sie zu sehen.
Die blühende Titanwurz im Größenvergleich mit einem Menschen

Groß ist sie. Unwirklich groß. Und heute hat sie gar nicht so sehr gemüffelt. Sie steht im Tropenhaus, dessen Klima nichts für schwache Gemüter ist, heute jedoch auch nicht schlimmer als draußen war. Eine halbe Stunde UrLaub um UrWald :-)










 Und weil ich gerade da war, habe ich natürlich noch einige andere wundersame Gewächse im Tropenhaus gesichtet und fotographisch festgehalten:





Wilde Banane - wilde Farbe!



Unter diesem Baum geht man etwas schneller durch...


Den ökologisch-botanischen Garten der Uni Bayreuth kann ich generell sehr empfehlen als Ausflugsziel für alle Naturinteressierten. Eine große Anlage, mit verschiedenen Klimazonen, Gewächshäusern, Waldgärten, und auch ein Nutzgarten mit Versuchsfeldern.
Bayreuth besitzt sogar zwei Titanwurze. Die zweite stand - von vielen wahrscheinlich gar nicht bemerkt - direkt neben der blühenden und ist gerade im Blattstadium:
Botanisch gesehen ist dieses 'Bäumchen' nur ein einzelnes Blatt

Nochmal ein Portrait - ist sie nicht hübsch...? 

Dienstag, 22. Mai 2018

Neues Rezept für Problemgemüse!

Unter meinen Rezepten für Gartenverlierer (siehe rechts) gibt es nun den
Fall 4: Salat schießt und wird lederig
Wenn nach anhaltender Hitze lederige, etwas zähe Lappen am langsam schießenden Salatkopf hängen, kann man daraus immer noch etwas machen, z.B. Tarte von verschiedenen grünen Blättern.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Sonntag, 20. Mai 2018

Auf der heimischen Scholle

... an der Saar ist Buddel an diesem Wochenende. Jedoch nicht, ohne nochmal im Garten nach dem Rechten zu sehen und zu ernten, was zu ernten ist. Und so gingen ein halbes Dutzend Rettiche und fünf vorgezogene Feuerbohnen auf Reisen einmal quer durch die Republik, mit der Bahn.

Der Küchengarten Mitte Mai

Rot leuchtende Gartenmelde

Frisch gepflanzt: Feuerbohnen sollen zusammen mit der Kapuzinerkresse die Laube verschönern, ohne ihrer Bausubstanz zu schaden. Den wunderbaren langen Rank-Ast habe ich im Gebüsch auf dem Campus der Uni erbeutet...

Die "vierte Parzelle": für Gemüse eher ungeeignet, wird sie nun zur Bienenweide und bekommt ein Vogelbad. Ein kleiner Weg soll den Zugang für Pflegearbeiten erleichtern.

Morgens im Salatbeet

Kleine Hummel auf Akeleiblüte

Montag, 14. Mai 2018

Regen oder nicht Regen...

... das ist die tägliche Frage. Es nervt mich, dass der Wetterbericht selbst für den schon angefangenen Tag, ja selbst das Regenradar, zur Zeit so unzuverlässig sind...

Gestern stand ich vor der Frage, ob ich die zweite Hälfte der Regentonne noch ins Beet bringen soll oder nicht. Am Himmel Schäfchenwolken, aber Wind und graue, bauschige Wolkenberge in der Ferne. Das Regenradar prognostizierte eindeutig Gewitter am Abend. Also nicht gießen - ersäufen will man den Garten ja auch nicht.

KEIN TROPFEN ist gefallen, auch nachts nicht. Und heute morgen musste ich vor 6 weg, so dass beim besten Willen keine Zeit war, noch zum Garten zu tigern. Grrrrrrr. Die armen Keimlinge, kein Wunder dass sie so schlecht auflaufen! 
Im Moment gewinnt man den Eindruck, dass man mal wieder auf der meteorologisch  unvorteilhaftesten Scholle der Republik hockt: bis die Regenfelder nach Oberfranken kommen, haben sie sich schon wieder ausgeregnet. Ebbe in der Tonne und Wüste im Garten.

Kann mich gar nicht erinnern, dass ich mich früher, ohne Garten, so sehr übers Wetter aufgeregt habe.

Donnerstag, 10. Mai 2018

Gefüttert, gewässert, gewachsen.

Na, was ist das?

Genau, Regen! Es regnet und zwar ordentlich. Nach einem April mit sage und schreibe zwei Regentagen war es schon zum Wachstumsstillstand im Gärtlein gekommen, trotz gießen. Und nun, seit dem 9. Tag des Monats regnet es bei gleichzeitig milden Temperaturen und immer wieder Sonnenscheinphasen.
Ihr Beetschwestern und -brüder wisst alle, was das heißt: nächste Woche steppt der Bär im Beet. Wahrscheinlich habe ich in acht Tagen einen Dschungel. Und vor allem muss ich am Samstag weiter aussäen, denn es wird das perfekte Keimwetter.

Heute gab's nur einen Rundgang, hier ein bisschen zubbeln, da ein bisschen jäten. Dann kamen 20 Minuten Regen und ich stand wartend in der Laube.

Leider musste ich meinem wundervollen Salbei fast alle Blüten nehmen, denn die Ameisen hatten auf dem Strauch allen Ernstes ihre Viehwirtschaft eingerichtet und massenhaft die Blattläuse in den Blütenknospen einquartiert. Im Salbei??? Ich dachte, Salbei vertreibt Ameisen...

Und dann fiel mir auf, dass die Rettiche irgendwie erntereif aussehen... daher habe ich die Reihen mal gelichtet, damit die übrigen mehr Platz haben. Und damit war auch die Frage geklärt, was es heute Abend zu essen gibt.



Auf dem Balkon stehen die Spätzünder und Sonnenanbeter, darunter die kürzlich aufgetauchte Cocozelle:

Da die Cocozelle wie die Zucchini ja nicht als Single angebaut werden soll, hab ich zwei Paare gesät, aber Nummer 4 lässt sich zur Zeit noch bitten.

Zufällig lese ich neulich, dass Petersilie nach der Blüte giftig wird. Na toll. Und ich war so stolz, dass sie den Winter überstanden hatten. Sie blühen gerade alle beide, demnächst kann ich sie also auf den Kompost umsiedeln...

Ach, und bevor ich es vergesse: hab ich doch tatsächlich die erste Tomate am Strauch!













Ich kann's nicht lassen, die Hummeln abzulichten...

Sonntag, 6. Mai 2018

Wundergarten

Für einen ausgewachsenen Post reicht die Zeit leider überhaupt nicht, aber für ein paar Eindrücke von meinem Tag in meinem Wundergarten, der mich mal wieder staunen ließ...

Blick durch den Rosenbogen: frühlingsduftig

in mittaglicher Ruhe sonnenanbetendes Gemüse

Kurz vor dem großen Auftritt: Salbeiblüte

im schattigen Kohlrabi-Hain

aus meiner Schneckenhaus/Hauswurzsammlung

Selbst für das Makroobjektiv fast zu winzig: Feldsalatblüte

Wie eine Seeanemone: Blüten des kleinen Wiesenknopf

Hummeln lieben meine Ackerbohnen...


Opulentes, violettes Blütenmeer: Thymian

Greifreflex der Erbsen

Steht ihr Blatt: junge Möhre

Frühsommerlich

Der Garten Anfang Mai