Samstag, 9. April 2016

Von Lästlingen und Mit-Essern

Die Temperaturen klettern an manchen Tagen in diesem April schon auf 20°C. Dann werde ich zum Garten-Junkie. Vor dem Frühstück, nach dem Frühstück, bis zur letzten Minute, bevor ich zur Arbeit gehe und dann gleich wieder nach Feierabend: Raus auf den Balkon. In der Sonne sitzen und den Radieschen beim Wachsen zuzusehen hat eine fast so beruhigende und ausgleichende Wirkung wie ein schnurrendes Kätzchen auf dem Schoß.
Auf diese Weise lerne ich aber auch jeden Winkel meines Gartens, jedes Pflänzchen, jedes Insekt und jede Veränderung genau kennen. So musste ich beispielsweise feststellen, dass irgendjemand in exakt 1 Spinatblatt drei winzige kreisrunde Löcher gefressen hat. Unverschämt. Andererseits ist das ja wohl Teil der Öko-Philosophie: die tierischen Mitesser weder vergiften noch komplett vertreiben, sondern sie maßvoll in Schach halten. Eine Art "Gemüse-Zehnten" sollte man also miteinplanen.

Bei der Gemüsefliege, die ich in meiner Vorab-Lektüre kennengelernt habe, hört meine Barmherzigkeit aber auf: sie bekommt weder die Möhren noch die Radieschen, weshalb beides erstmal durch Netze geschützt wird (wie unten im Bild am "Möhrenpott" zu erkennen ist); selbstverständlich keine teuren Gemüsenetze, sondern recycelte Moskitonetze, auf das richtige Format geschnitten bzw. zusammengenäht.
Ähnlich radikal war ich gegenüber dem einzigen Lästling, der sich bisher in meinem Garten und meiner Anzuchtstation breit gemacht hat: Trauermücken. Diese Nervtöter. Ich hab sie toleriert, weil es nur einzelne waren. Und habe es bitter bereut als ich eines Morgens einen von unten abgefressenen Ringelblumensprössling vorfand. Das bedeutete Krieg.
Krieg = SF-Nematoden-Task Force. Gleich mal eine Packung dieser Fadenwürmer-Armee bestellt, die den Trauermücken ökologisch verträglich die Tour vermasseln. Hat funktioniert, es sind deutlich weniger und sie fressen keine Wurzeln mehr. Weg sind sie nicht 100%, weil sie von draußen ständig wieder rein kommen. Die Wiese unter meinem Balkon scheint ein Dorado für sie zu sein...


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